
13.03.2026 // Benjamin Vogt
Feuerwehrmodus im Bestandsmanagement: Warum alles dringend wirkt und was Struktur schafft
In diesem Blog erfahren Sie, warum im Bestandsmanagement alles dringend wirkt und was im Alltag Struktur schafft.
12.09.2024 Andreas Schäfer
ShareDisposition ist ein zentraler Bestandteil im Supply Chain Management – und gleichzeitig einer der anspruchsvollsten.
Disponenten stehen täglich vor der Herausforderung, aus komplexen Informationen die richtigen Entscheidungen abzuleiten: Welche Artikel sind kritisch? Wo besteht echter Handlungsbedarf? Und wo kann bewusst nichts getan werden?
In diesem Blogbeitrag zeigen wir, warum klassische Dispositionsansätze in dynamischen Lieferketten an Grenzen stoßen – und wie Decision Intelligence dabei unterstützt, aus Berechnung echte Steuerung zu machen.
Disposition sorgt dafür, dass Materialien und Waren zur richtigen Zeit, in der richtigen Menge und am richtigen Ort verfügbar sind. In der Praxis bedeutet das, einen permanenten Zielkonflikt zu steuern: hohe Lieferfähigkeit auf der einen Seite, geringe Bestände und Kosten auf der anderen.
Je dynamischer Märkte und Lieferketten werden, desto schwieriger wird es, diese Balance allein mit festen Regeln und manueller Planung zu halten.
Im Bereich der Produktion sind Dispositionsverfahren entscheidend, um den Materialfluss in der Fertigung optimal zu steuern und Unterbrechungen zu vermeiden. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass starre Verfahren schnell an ihre Grenzen stoßen, wenn Bedarfe schwanken oder Lieferzeiten unsicher werden. So tragen Dispositionsverfahren wesentlich dazu bei, Produktionskosten zu senken und die Flexibilität in der Fertigung zu erhöhen.
Die Disposition im Einkauf sorgt für die bedarfsgerechte Beschaffung von Materialien zur richtigen Zeit und Menge. Ziel ist es, Versorgungssicherheit und Lagerkosten optimal auszubalancieren. Verbrauchs- oder bedarfsorientierte Strategien, unterstützt durch digitale Tools wie KI, ermöglichen eine präzise Planung und minimieren Überbestände sowie Fehlmengen. Gerade bei gestörten Lieferketten zeigt sich, dass Transparenz und Priorisierung entscheidender sind als reine Reaktionsgeschwindigkeit. Strategien wie Just-in-Time oder Sicherheitsbestände helfen, die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und Kosten zu optimieren. Die Disposition ist damit ein zentraler Hebel für eine effiziente Materialwirtschaft.
Es gibt verschiedene Dispositionsverfahren, die je nach Unternehmensbedarf und Materialtyp eingesetzt werden können. Die beiden Hauptkategorien sind bedarfsgesteuerte und verbrauchsgesteuerte Materialdisposition.
Bei der bedarfsgesteuerten Disposition, auch als deterministische Disposition bekannt, erfolgt die Materialbeschaffung auf Basis von konkreten Bedarfsmeldungen. Diese Methode wird häufig verwendet, wenn:
Ein typisches Beispiel für die bedarfsgesteuerte Disposition ist die Materialplanung im Maschinenbau, wo vorab klar geplante Mengen produziert werden.
Die verbrauchsgesteuerte Disposition, auch stochastische Disposition genannt, basiert auf historischen Verbrauchsdaten. Diese Methode eignet sich besonders für Materialien mit mehr oder weniger konstantem Verbrauch. Die so agierenden Unternehmen produzieren auf Lager. Hauptmethoden sind:
Diese Verfahren sind in der Konsumgüterindustrie weit verbreitet, wo der Materialfluss kontinuierlich und vorhersehbar ist.
Für eine effiziente Materialdisposition müssen verschiedene Parameter festgelegt und überwacht werden. Hier sind einige der wichtigsten:
In der Praxis werden diese Parameter häufig isoliert betrachtet.
Ohne diesen Kontext bleiben Dispositionsparameter rein rechnerisch und liefern keine Entscheidungsgrundlage.
Moderne Planungssoftware unterstützt Disponenten dabei, komplexe Zusammenhänge besser zu verstehen und Entscheidungen vorzubereiten. Der Fokus liegt dabei nicht auf Automatisierung um ihrer selbst willen, sondern auf Transparenz, Priorisierung und Nachvollziehbarkeit.
Intelligente Business-Software wie ADD*ONE kann historische Daten analysieren und präzise Bedarfsprognosen erstellen. Durch den Einsatz von Decision Intelligence und maschinellem Lernen können zukünftige Bedarfsmuster genauer vorhergesagt werden. Dies hilft, Über- und Unterbestände zu vermeiden.
Softwarelösungen können Bestellprozesse automatisieren, indem sie Bestellpunkte und -rhythmen überwachen und anpassen sowie automatisch Bestellungen auslösen, sobald festgelegte Parameter erreicht werden. Dies reduziert den manuellen Aufwand und minimiert das Risiko von Fehlern.
Intelligente Dispositionssoftware ermöglicht die Überwachung und Bewertung von Lieferantenleistungen. Realitätsnahe Daten über Lieferzeiten, Qualität und Zuverlässigkeit können genutzt werden, um Lieferantenbeziehungen zu optimieren und mögliche Engpässe frühzeitig zu erkennen.
Durch den Einsatz entscheidungsintelligenter Optimierungsalgorithmen können ideale Bestandsniveaus und Losgrößen berechnet werden. Dies hilft, Lagerbestände zu minimieren und gleichzeitig die Lieferfähigkeit zu maximieren.
Dank KI-basierter Softwarelösungen haben Disponenten stets genauen Einblick in die gesamte Supply Chain. Dashboards und Berichte liefern wichtige Kennzahlen und helfen so, intelligente, konsistentere Entscheidungen zu treffen. Dies erhöht die Transparenz und ermöglicht eine proaktive Steuerung.
Disposition ist ein zentraler Bestandteil der Logistik und Produktionsplanung in Großhandels- und Produktionsunternehmen. Durch die Wahl des richtigen Dispositionsverfahrens und die Optimierung der Dispositionsparameter kann man die Effizienz steigern und Kosten senken. Disposition bleibt auch in Zukunft ein anspruchsvolles Aufgabenfeld, insbesondere in dynamischen Lieferketten.
Entscheidend ist, Disponenten nicht mit mehr Daten, sondern mit besseren Entscheidungsgrundlagen zu unterstützen.
Wie modernes Bestandsmanagement Disposition wirksam ergänzt und steuerbar macht, erfahren Sie hier.
ÜBER UNSERE EXPERT:INNEN

Andreas Schäfer
Experte für Supply-Chain-Optimierung
Andreas Schäfer arbeitet seit 1999 bei der INFORM GmbH im Geschäftsbereich Inventory & Supply Chain. Im Rahmen seiner Tätigkeit als Vertriebsleiter unterstützt er Interessenten aus dem Bereich Supply Chain im Entscheidungsprozess bei der Auswahl für eine optimale Planungssoftware.